Krankenhäuser und Fachkliniken
Anhaltender Ergebnisdruck und Insolvenzwelle prägen das M&A-Umfeld für Krankenhäuser auch 2025
Anzahl erfasster Transaktionen
2022
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0
2023
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0
Wesentliche Transaktionen
- Die Fusion der Krankenhäuser in der Stadt und im Landkreis Landshut ist nun beschlossen. So schließen sich die LAKUMED Kliniken, das Klinikum Landshut und das Kinderkrankenhaus St. Marien zu einem Verbund, den LA-Regio Kliniken, mit insgesamt rund 5.000 Beschäftigten, zusammen.
- Die MEDIAN Unternehmensgruppe übernimmt zwei Kliniken der Cura-Gruppe in Bad Saulgau.
- Die St. Franziskus-Stiftung Münster übernimmt vom Erzbistum Köln eine Mehrheitsbeteiligung am Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf mit rund 50 Fachkliniken und Kompetenzzentren.
- Die Lungenklinik Lostau und das Klinikum der Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg haben das Sanierungsverfahren erfolgreich durch die Übernahme des Uniklinikums Magdeburg abgeschlossen.
- Die DRK Trägergesellschaft Süd-West musste im Zuge ihrer Insolvenz zahlreiche Einrichtungen veräußern. So wurden das Krankenhaus Neuwied von der Marienhaus-Gruppe, das Krankenhaus Hachenburg vom Evangelischen Krankenhaus Dierdorf/Selters und drei psychiatrische Einrichtungen von VALEARA (GENUI) übernommen.
- Das Josephs-Hospital Warendorf, das sich in Eigenverwaltung befand, wurde von der Ameos-Gruppe übernommen.
Trends
- Die anhaltend prekäre wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser führte auch 2025 zu weiteren Insolvenzen und zur Schließung von Abteilungen. Nach dem Krankenhaus-Barometer 2025 des Deutschen Krankenhausinstituts haben 66 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten im Jahr 2024 Verluste geschrieben – ein Anstieg um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2025 erwarten 70 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresfehlbetrag, während nur noch 14 Prozent mit einem positiven Ergebnis rechnen. Hauptursache bleibt die unzureichende Kompensation für inflationsbedingt gestiegene Personal- und Energiekosten. So gaben 45 Prozent der Krankenhäuser an, im Jahr 2024 finanzielle Mittel von ihrem Träger erhalten zu haben, um Liquiditäts- oder Insolvenzrisiken zu reduzieren.
- Die im Vorjahresmonitor thematisierte, im Oktober 2024 beschlossene Krankenhausreform hat die erhoffte kurzfristige finanzielle Entlastung bislang nicht gebracht. Im Gegenteil: Die seit Januar 2024 eingeführten Hybrid-DRG sind in rund 70 Prozent der Häuser nicht kostendeckend. Die anhaltend prekäre wirtschaftliche Lage führt damit zunehmend zu Insolvenzen und zur Schließung von Abteilungen, was den insolvenz- und restrukturierungsgetriebenen Transaktionsmarkt im Krankenhausbereich weiter verschärft.
- Im Zuge der Krankenhausreform 2024 gewinnt die Einführung von Leistungsgruppen zunehmend an Bedeutung. Einrichtungen ohne entsprechende Zuweisung geraten dadurch verstärkt unter wirtschaftlichen Druck, während spezialisierte Anbieter profitieren dürften. Diese Entwicklungen führen zu einer anhaltenden Transaktionsaktivität, die maßgeblich durch strukturellen Anpassungsdruck bestimmt wird.
Krankenhäuser und Fachkliniken – Übersicht Insolvenzen
Freigemeinnützige und kommunale Träger sowie private Krankenhauskonzerne nutzen das Marktumfeld zur selektiven (regionalen) Konsolidierung
Insolvenzen von Krankenhäusern in 2025 (Auswahl)
Trends
- Im Hinblick auf das Käuferumfeld zeigte sich 2025 eine Fortsetzung des bereits in den Vorjahren beobachteten Trends. Als Käufer traten vor allem freigemeinnützige Träger sowie Kommunen und Landkreise auf, letztere insbesondere bei Einrichtungen, für die kein anderer Betreiber gefunden werden konnte.
- Käufe durch Private-Equity-Investoren im Krankenhausbereich blieben analog zu den Vorjahren weitgehend aus. Lediglich fünf Transaktionen wiesen eine PE-Beteiligung auf, darunter die Übernahme des Evangelischen Lukas-Krankenhauses Gronau durch die RH Diagnostik & Therapie (Five Arrows), der Einstieg der MEDIAN Unternehmensgruppe (Waterland) bei zwei weiteren Kliniken, die Veräußerung dreier psychiatrischer Einrichtungen der DRK Trägergesellschaft Süd-West an die VALEARA-Gruppe sowie der Zuschlag für die nordBLICK Augenklinik an Threestones Capital Management. Die Zurückhaltung der Finanzinvestoren im stationären Bereich hält damit an.
- Ein auffälliges Muster im Jahr 2025 war die Insolvenz der DRK Trägergesellschaft Süd-West, die gleich mehrere Krankenhausstandorte betraf und sukzessive an verschiedene Träger veräußert wurde. Dies verdeutlicht, dass auch größere Trägergesellschaften nicht vor finanziellen Schieflagen geschützt sind und die Restrukturierung des deutschen Krankenhausmarktes weiter voranschreitet.
- Insolvente Krankenhäuser sehen sich dabei immer häufiger gezwungen, ihren Betrieb komplett einzustellen, wenn sich mangels Interesses potenzieller Investoren kein neuer Träger finden lässt, wie zum Beispiel im Falle des Krankenhauses Maria Stern in Remagen oder der Klinik Dr. Maul. Als Alternative zur vollständigen Schließung zeichnen sich jedoch zunehmend Transformationspfade ab, etwa die Umwandlung in ein ambulantes Gesundheitszentrum oder die Spezialisierung als Fachklinik wie die Diakoneo-Klinik Schwabach durch den Privatinvestor Navicare-Med, die sonst als Grund- und Regelversorger nicht mehr wirtschaftlich tragfähig gewesen wäre.

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