Die neue Rolle von HR im KI‑Zeitalter
Sobald künstliche Intelligenz die Administration übernimmt, bleibt von der klassischen Personalabteilung nichts mehr übrig – bis auf die Chance, gemeinsam mit der Rechtsabteilung strategisch von Relevanz zu werden
HR steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals automatisiert künstliche Intelligenz (KI) das Kerngeschäft der HR-Funktion. Dies ist keine Digitalisierungswelle, sondern eine Veränderung der bisherigen Strömung. Wer in der Lage ist, diese Strömung zu verstehen, kann neue strategische Tiefen erreichen. Für CHROs ist dies keine Option, sondern eine existenzielle Notwendigkeit.
Viele HR-Abteilungen sind immer noch im operativen Fahrwasser gefangen. Sie administrieren Verträge, beantworten Routinefragen und managen Prozesse.
Arbeitsrechtlich befassen sie sich derzeit z.B. mit den Vorgaben des Entgelttransparenzgesetzes genauso wie zuvor mit den Modifikationen des Nachweisgesetzes unter dem Stichwort „Schriftform“ des Arbeitsvertrages oder aktueller Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zu einzelnen Vertragsklauseln.
Diese operative Last ist nicht nur ineffizient, sie blockiert die strategische Handlungsfähigkeit. Bis 2028 sollen über 70% der administrativen HR-Aufgaben automatisiert sein. Dies bedeutet, dass eine HR-Funktion, die sich weiterhin als Prozessverwaltung versteht, ihre Existenzberechtigung verlieren wird. Die zentrale Frage lautet daher heute nicht mehr: „Wie automatisieren wir schneller?" Sondern: „Wer ist HR, wenn die Routine wegfällt?".
Von Sebastian Gemeinhardt und Dr. Nicole Elert

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