Pflege (ohne reine Immo­bilien-/PropCo-Trans­aktionen)

Anhaltende Insolvenzwelle auch im Jahr 2025 – Konsolidierung durch strategische Käufer und selektive Übernahmen durch PE-Investoren

Anzahl erfasster Transaktionen


2022

0
0

2023

0
0

2024

0
0

2025

0
0

Gesamt

Mit Private Equity Beteiligung

Wesentliche Transaktionen


  • Die Argentum Pflege Gruppe wurde im Rahmen der Insolvenz an Lafayette Mittelstand Capital veräußert. Die Transaktion umfasst 22 Einrichtungen mit rund 1.600 Mitarbeitenden und 2.000 Pflegekunden und ist damit eine der größten Pflege-Insolvenztransaktionen des Jahres 2025.
  • Die opseo-Gruppe (Apheon/Sofina) baute ihre Position im Intensivpflegesegment durch die Übernahme der insolventen CCC-Intensivpflege-Gruppe (600 Mitarbeitende) sowie der Lebenswert (450 Mitarbeitende) aus.
  • Der belgische Finanzinvestor Gimv tätigte mit der Ambulantis-Gruppe (500 Mitarbeitende) ein Wachstumsinvestment im ambulanten Pflegebereich.
  • Die Insolvenz der Kenbi, eines ursprünglich VC-finanzierten ambulanten Pflegedienstleisters, führte zur Aufspaltung des Unternehmens. Die Pflegewerk-Gruppe übernahm 29 Standorte mit 470 Mitarbeitenden, während die Pflegeunion Düsseldorf und Lebensblick Mobile Pflege 13 weitere Standorte mit 240 Mitarbeitenden erwarben.

Trends


  • Der Pflegemarkt erwies sich auch 2025 mit insgesamt 79 erfassten Transaktionen als äußerst dynamisch. Die Insolvenzwelle verschärfte sich weiter, wobei 30 der 79 Transaktionen aus der Insolvenz erfolgten.
  • Die grundlegenden Herausforderungen des Pflegemarktes bestanden fort. Der anhaltende Fachkräftemangel führte in Verbindung mit den Vorgaben zur Einhaltung bestimmter Personalschlüssel weiterhin zu Auslastungsgraden von teils unter 90 Prozent, die wirtschaftlich nicht tragfähig sind. Gleichzeitig belasteten steigende Personalkosten sowie unzureichend oder zeitlich verzögert refinanzierte Kostensteigerungen die finanzielle Situation zahlreicher Betreiber, verschärft durch verzögerte Zahlungen von Kassen und Sozialhilfeträgern, überhöhte Mieten und einen hohen Investitionsbedarf bei veraltetem Immobilienbestand und geringem Digitalisierungsgrad.
  • Transaktionen mit Beteiligung von Private-Equity-Gesellschaften blieben in der stationären Pflege weiterhin selektiv. In der ambulanten Pflege und insbesondere in der Intensivpflege zeigten sich Finanzinvestoren hingegen aktiver. Die Deutsche Fachpflege Holding (Advent International) tätigte mehrere Zukäufe, und die opseo-Gruppe (Apheon/Sofina) etablierte sich durch zwei Großübernahmen als einer der führenden Intensivpflegeanbieter.
  • Die Insolvenz der Kenbi verdeutlicht die Grenzen VC-finanzierter Geschäftsmodelle im stark regulierten deutschen Pflegemarkt. Kenbi hatte nach der Übernahme von LIONCARE (2023) und der Liebeskind-Gesellschaften (2024) den Kundenstamm zwar deutlich ausgebaut, konnte die strukturellen Herausforderungen jedoch nicht bewältigen.
  • Auch 2026 ist mit einem anhaltend hohen Transaktionsaufkommen zu rechnen. Die ersten bedeutenden Transaktionen zu Beginn des Jahres, darunter die Übernahme der Vitanas durch Domidep (I Squared Capital) sowie der Erwerb von zwei Seniorenresidenzen und sieben ambulanten Pflegediensten der DKV durch die Münchner Augustinum Gruppe, bestätigen die fortschreitende Marktkonsolidierung.

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