Nieder­gelassene Leistungs­erbringer und Labore

Der MVZ-Markt 2025 ist mit 59 von 68 Transaktionen mit PE-Beteiligung wieder stark geprägt von Zukäufen und weniger von größeren Exits

Anzahl erfasster Transaktionen


2022

0
0

2023

0
0

2024

0
0

2025

0
0

Gesamt

Mit Private Equity Beteiligung

Wesentliche Transaktionen


  • Unigestion erwirbt über seine Private-Equity-Fonds eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an Ortivity, während Apheon weiterhin der Hauptinvestor bleibt.
  • Sanecum (Adiuva Capital) übernahm die Radiologische Allianz Hamburg mit 20 Einrichtungen und rund 300 Mitarbeitenden und etablierte sich damit als einer der führenden Radiologie-Konsolidierer.
  • Die Arsipa Gruppe ging eine strategische Partnerschaft mit dem globalen Wachstumsinvestor Warburg Pincus ein und tätigte im Jahresverlauf bereits mindestens vier Zukäufe im Bereich Betriebsmedizin.
  • GENUI veräußerte die VALEARA-Gruppe an Luxempart – ein weiterer bedeutender PE-Exit, der die zunehmende Reife des MVZ-Marktes unterstreicht.
  • Stingray Healthcare wurde an Amethyst Radiotherapy, einer Portfoliogesellschaft von Fremman Capital, veräußert – damit schließen sich zwei der drei größten europäischen Plattformen für Krebsbehandlung zusammen.
  • Das Augenheilkundeunternehmen Sanoptis erhält eine Finanzspritze durch die US-Investmentgesellschaft Carlyle, die 250 Millionen Euro einbringt.

Trends


  • Die politische Debatte zur Regulierung investorenbetriebener MVZ setzte sich 2025 fort. Ein EuGH‑Urteil vom Dezember 2024, das Einschränkungen von Finanzinvestorenbeteiligungen an Rechtsanwaltsgesellschaften erlaubt, dient dabei als Referenzrahmen für eine mögliche Übertragbarkeit auf den Gesundheitssektor. Konkrete gesetzliche Maßnahmen blieben bislang aus.
  • Im Gesundheitsausschuss diskutierte Vorschläge der Grünen zur stärkeren Regulierung durch mehr Transparenz und Einschränkungen investorengetragener MVZ fanden Unterstützung in der Bundesärztekammer (BÄK) und beim GKV‑Spitzenverband, stießen jedoch bei den MVZ‑Betreiberverbänden (BBMV, BMVZ) auf Kritik, insbesondere mit Blick auf fehlende empirische Nachweise negativer Versorgungseffekte.
  • Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD (April 2025) wird zwar ein Gesetz zur Regulierung investorenbetriebener MVZ mit Fokus auf Transparenz und Mittelverwendung angekündigt, bislang jedoch weder rechtlich bindend beschlossen noch in einen konkreten Gesetzentwurf überführt.
  • Ungeachtet der regulatorischen Unsicherheiten blieb der MVZ‑Markt 2025 sehr aktiv. Die Zahl der Transaktionen mit Private‑Equity‑Beteiligung stieg deutlich von 40 auf 59 und somit auf einen Rekordanteil. Diese Transaktionen unterstreichen die zunehmende Reife des MVZ-Marktes und die Bereitschaft von Finanzinvestoren, in bestehende Plattformen zu investieren bzw. aufgebaute Plattformen weiter zu veräußern.
  • Die beiden führenden Plattformen in der Dermatologie, medermis (EOS Partners) und CORIUS (Ufenau Capital Partners), setzten ihren aggressiven Expansionskurs fort. medermis erwarb unter anderem die Praxis Hautärzte am Königsplatz und die Hautarztpraxis Wilmersdorf sowie Anfang 2026 das Dermazentrum München. CORIUS tätigte ebenfalls zahlreiche Zukäufe, darunter Standorte in Königstein, Barnim und Darmstadt. Auch Bergman Clinics (Triton Partners) erweiterte ihre dermatologische Präsenz mit dem Erwerb des Dermatologikum Berlin.
  • GENUI veräußerte die auf Psychosomatik und Psychotherapie spezialisierte VALEARA-Gruppe an Luxempart. Auch Quadriga Capital erweiterte mit der GIG-Plattform durch den Erwerb einer Praxis in Saarbrücken ihr Spektrum in diesem Bereich.
  • Im Bereich Radiologie und Strahlentherapie stachen 2025 zwei Transaktionen besonders hervor: Sanecum (Adiuva Capital) übernahm die Radiologische Allianz Hamburg mit 20 Einrichtungen und 300 Mitarbeitenden. Darüber hinaus erwarb Amethyst Radiotherapy (Fremman Capital) die Stingray Healthcare mit 11 Standorten. Damit schließen sich zwei der drei größten europäischen Plattformen für Krebsbehandlung zusammen. Quartz Healthcare (Infravia) baute ebenfalls mit einzelnen Zukäufen seine Präsenz weiter aus.
  • Im Bereich der Zahnmedizin blieb die Transaktionsaktivität 2025 verhalten. Zahneins (PAI Partners) erwarb mit dem Zahnfokus Düsseldorf einen weiteren Standort. Darüber hinaus kam es zu vereinzelten Zukäufen durch investorengeführte Zahnarztgruppen, darunter die MVZ-Zahnfee Norderstedt sowie eine Praxis für Oralchirurgie.
  • Die Konsolidierung im Laborbereich, insbesondere bei Dentallaboren, beschleunigte sich 2025 deutlich mit 16 Transaktionen. Die Delabo Group (Avedon Capital) war mit mindestens acht Zukäufen der aktivste Konsolidierer, gefolgt von Flemming Dental (Oakley Capital) mit mehreren Akquisitionen. Auch die Minlay Gruppe (Adagia Partners) expandierte mit den Übernahmen von CADdent und z-Spektrum. Im medizinischen Laborbereich erwarb Eurofins Scientific die ac.biomed, während Academia Holding (Greenpeak/HarbourVest) mit dem Institut für Pathologie und Zytodiagnostik Main-Taunus weiter zukaufte.
  • In den sonstigen Fachbereichen zeigte sich 2025 ein breites Transaktionsgeschehen über verschiedene Fachrichtungen hinweg. In der Orthopädie erwarb Unigestion eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an Ortivity (Apheon), während Ortheum (DPE) und Meliva (CVC) ihre Konsolidierungsstrategie mit weiteren Zukäufen fortsetzten. Im Bereich der Ophthalmologie dominierte die Investition von Carlyle in Sanoptis mit rund 4.700 Mitarbeitenden. Als neuer Konsolidierungsbereich etablierte sich die Betriebsmedizin, in der die Arsipa Gruppe (Warburg Pincus) im Jahresverlauf bereits über vier Zukäufe tätigte. Quadriga Capital zeigte sich mit der GIG-Plattform fachübergreifend aktiv und erwarb Praxen in den Bereichen Kardiologie, Pneumologie, Diabetologie, Gastroenterologie und Gefäßmedizin. Im Bereich Dialyse übernahm Diaverum (Bridgepoint) zwei Standorte in Neubrandenburg und Neustrelitz.

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