Digital Health
Regulierung, KI-Boom und wachsende Patientenakzeptanz prägen das digitale Gesundheitswesen 2026
Digitalisierung
Gemischte Eindrücke aus dem Transaktionsmarkt


Trends
- Das PwC Healthcare-Barometer 2026 bestätigt das wachsende Potenzial digitaler Lösungen im Gesundheitswesen. 78 Prozent der Befragten halten den Aufbau gut vernetzter digitaler Systeme für einen wirksamen Hebel zur besseren Koordination von Behandlungen, 68 Prozent sehen in der Erweiterung telemedizinischer Angebote eine Chance für den Zugang zu spezialisierter Versorgung – bei den unter 35-Jährigen sogar 79 Prozent. Gleichzeitig wären 82 Prozent der Versicherten bereit, persönliche Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung freizugeben. Dennoch spielen KI-Tools und Gesundheits-Apps bei der Wahl eines Krankenhauses bislang nur eine untergeordnete Rolle. Der Hausarzt bleibt die wichtigste Informationsquelle.
- Im Jahr 2025 markiert die verpflichtende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) im Opt-out-System einen regulatorischen Wendepunkt für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens. Das Digital-Gesetz verpflichtet Leistungserbringer zunehmend zur strukturierten Datenüberführung in die ePA, während sich das E-Rezept als verbindlicher Standard im ambulanten Sektor etabliert. Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz schafft darüber hinaus erstmals einen klaren Rahmen für die Nutzung von Versorgungsdaten für Forschung und Innovation.
- Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) profitieren weiterhin von einem regulierten Erstattungsrahmen, stehen jedoch unter wachsendem Evidenz- und Preisdruck. Im stationären Bereich verstärkt das Krankenhauszukunftsgesetz den Handlungsdruck, da ab 2026 finanzielle Abschläge bei unzureichender Digitalisierung drohen. Insgesamt beschleunigen diese regulatorischen Maßnahmen durch eine Kombination aus Anreizen und Sanktionsmechanismen die Digitalisierung des Gesundheitswesens erheblich.
- In Deutschland bleibt der Digital-Health-Sektor ein stetig wachsender Markt. Das Berliner Unternehmen Amboss erhielt mit einer Finanzierungsrunde von 240 Millionen Euro die größte deutsche Digital-Health-Finanzierung des Jahres. Die Finanzierungsrunde von Nelly Solutions in Höhe von 50 Millionen Euro untermauert zudem die fortschreitende Digitalisierung der Praxen, insbesondere bei Verwaltung und Abrechnung, um Kosten zu senken. Auch die weiteren Finanzierungsrunden unterstreichen das starke Interesse von Kapitalgebern an innovativen digitalen Gesundheitslösungen, insbesondere in den Bereichen KI-gestützte Diagnostik, digitale Therapieplattformen und Prozessoptimierung in Krankenhäusern. Die im Mai 2026 bekannt gegebene Partnerschaft zwischen Avelios Medical und der Fresenius Group markiert einen wichtigen Meilenstein bei der Etablierung einer vernetzten, KI-basierten Gesundheitsplattform.
- Der globale digitale Gesundheitssektor erhielt 2025 Risikokapitalfinanzierungen von 14,2 Milliarden US-Dollar (ca. 12 Milliarden Euro). Das entspricht einer Steigerung von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau der pandemiebedingten Höchststände. Investitionen konzentrierten sich insbesondere auf KI‑fähige Anwendungen, die 2025 rund 54 Prozent des gesamten Finanzierungsvolumens ausmachten.

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