Wichtige Trends
- In einem auch 2024 wieder von besonders vielen Herausforderungen geprägten deutschen Gesundheitsmarkt ist die Transaktionsaktivität mit insgesamt 237 Transaktionen dennoch hoch ausgefallen.
- Während die Statistik 2023 durch Einzelverkäufe aus den Insolvenzen größerer Pflegeheimbetreiber geprägt war, fielen 2024 vor allem zahlreiche Verkäufe insolventer Krankenhäuser auf. Betroffen waren insbesondere kommunale und freigemeinnützige Krankenhäuser. Gleichzeitig haben die großen konfessionellen Betreiber und vereinzelt private Krankenhauskonzerne die Chance zur Marktkonsolidierung genutzt.
- Ebenfalls zu beobachten sind Rekommunalisierungen von Krankenhäusern mangels Fortführungsinteresses von Betreibern. So hat die Freie und Hansestadt Hamburg jüngst mitgeteilt, „Pflegen & Wohnen“ von der Deutsche Wohnen zurückzukaufen. Damit betreibt die Stadt zukünftig 13 Pflegeheimstandorte mit 2.000 Mitarbeitenden und 2.400 Pflegeheimplätzen. Es bleibt abzuwarten, ob Kommunen den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen zukünftig erfolgreich bewältigen.
Erfasste Transaktionen1
1) Transaktionen, die in öffentlich zugänglichen Quellen aufgeführt sind
- Angesichts knapper Mittel, die durch die beschlossene Krankenhausreform vermutlich keine kurzfristige Aufstockung erfahren, wird der Transaktionsmarkt für Krankenhäuser weiter stark restrukturierungs- bzw. insolvenzgetrieben bleiben.
- Im ambulanten Bereich herrschte jedenfalls in Teilen des Jahres 2024 noch die Sorge, dass der Erwerb medizinischer Versorgungszentren durch Investoren weiter beschränkt wird, was dann jedoch nicht eingetreten ist. Deshalb, und weil sich häufig auch die Ergebnisse der Praxisketten nicht so entwickelt hatten wie erhofft, hielten sich auch 2024 die Verkäufe in Grenzen. Hervorzuheben sind die Veräußerung von RAD-x durch Gilde Healthcare an ein Konsortium aus Swiss Life Asset Managers und Vesper Infrastructure Fund I sowie die Übertragung von Academia auf einen sogenannten „Continuation Fund“, der wesentlich durch HarbourVest finanziert wird. Auf eine Belebung des Transaktionsmarktes durch ein breiteres Interesse strategischer Investoren, die die Gelegenheit nutzen könnten, um den ambulanten Markt in Deutschland für sich zu gewinnen, wird weiter gewartet. Die Minderheitsbeteiligung des US-Labordienstleisters Labcorp an Synlab im September 2024 stellt insoweit eine Ausnahme dar.
- Obgleich eine Konsolidierung von erworbenen Praxen kollektiv im Vordergrund steht, haben Praxisketten 2024, die von Private-Equity-Gesellschaften gehalten und mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet waren, indes weiter zugekauft. Ein etwas niedrigeres Bewertungsniveau als in der Vergangenheit sowie eine ausreichende Anzahl an veräußerungswilligen Ärzten waren sicher weiter von Vorteil. Besonders aktiv waren in der Orthopädie Ortivity (Apheon) und in der Dermatologie medermis (EOS Partners). In der Zahnmedizin kam es vereinzelt zu Zukäufen.
- Das Transaktionsgeschehen im Rehabilitations- und Physiotherapiemarkt zog 2024 deutlich an. So hat der Fresenius Konzern die Reha Sparte der Vamed an PAI veräußert, während GIMV durch den Verkauf des Betreibers ambulanter Rehazentren Rehaneo an Fremman Capital einen erfolgreichen Exit verzeichnen konnte.
- Der Markt der digitalen Leistungserbringer ist weiterhin von breit gestreuten Finanzierungen durch Finanzinvestoren geprägt, um den stark wachsenden Markt zu unterstützen. Besonders beliebt sind hierbei die Bereiche KI-gestützte Diagnostik, digitale Therapieplattformen und Prozessoptimierung in Krankenhäusern. Mit den Private-Equity-Investoren CVC und TA Associates, die jeweils CompuGroup Medical und die Nexus AG von der Börse nehmen wollen, könnten positive Impulse für weitere Deals in der Digitalisierung entstehen und den Markt weiter vorantreiben.

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